Impfungen
Schutzimpfungen und persönliche Impfberatung für Frauen in jeder Lebensphase
Impfungen sind ein wichtiger Bestandteil der gesundheitlichen Vorsorge – in jeder Lebensphase. Auch in der gynäkologischen Praxis spielen sie eine zentrale Rolle, zum Beispiel zum Schutz vor Infektionskrankheiten, die die allgemeine Gesundheit, eine Schwangerschaft oder das ungeborene Kind beeinträchtigen können.
In der gynäkologischen Praxis beraten und impfen wir unter anderem zu:
Der Gebärmutterhalskrebs und seine entsprechenden Vorstufen sind eine Infektionskrankheit, deren Erreger das humane Papilloma-Virus ist, kurz HPV. Die Übertragung des Virus erfolgt in der Regel durch direkten Haut bzw. Schleimhautkontakt, oft beim Geschlechtsverkehr. Eine nicht-sexuelle Übertragung ist möglich. Bereits seit einigen Jahren stehen Impfstoffe gegen HPV zur Verfügung, die Schutz vor den wichtigsten HPV-Typen bieten. Die neuen Impfstoffe haben sich in großen Studien als sehr gut verträglich und fast 100%- wirksam gegen die geimpften HPV-Typen erwiesen.
STIKO-Empfehlung
Die HPV-Impfung wird allen Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen – idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt. In diesem Altersbereich werden in der Regel zwei Impf-Dosen im Abstand von mindestens fünf Monaten gegeben. Eine Nachholimpfung ist bis zum Alter von einschließlich 17 Jahren möglich, wenn die Impfung früher nicht stattgefunden hat.
Auch Personen, die im empfohlenen Alter nicht geimpft wurden, können noch später von einer HPV-Impfung profitieren.
Kosten der Impfung:
Bis zum 17. Geburtstag:
Die HPV-Impfung ist ein regulärer Bestandteil des Schutzimpfungsprogramms der Ständigen Impfkommission (STIKO). Gesetzlich Versicherte können die Impfung kostenfrei über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) beim Arzt abrechnen lassen, wenn sie in diesem Alter geimpft werden.
Nach dem 17. Geburtstag
Übergangsregelung der Krankenkassen:
Viele Krankenkassen übernehmen die HPV-Impfung auch nach dem 18. Geburtstag bis zu einem bestimmten Alter, meist bis einschließlich 26 Jahre. In diesem Fall muss man oft die Rechnung zunächst selbst bezahlen und sie dann bei der Krankenkasse zur Kostenerstattung einreichen. Es kann eine kleine gesetzliche Zuzahlung anfallen. Informieren Sie sich bei ihre Krankenkasse.
Während der Schwangerschaft ist der Schutz vor Infektionskrankheiten besonders wichtig, da einige Erkrankungen sowohl für die werdende Mutter als auch für das ungeborene Kind mit erhöhten Risiken verbunden sein können. Impfungen können dazu beitragen, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern und gleichzeitig einen sogenannten „Nestschutz“ für das Neugeborene aufzubauen. Dabei werden mütterliche Antikörper über die Plazenta auf das Kind übertragen und schützen es in den ersten Lebensmonaten.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in der Schwangerschaft die folgende Impfungen:
Pertussisimpfung (Keuchhusten)
- Wird in jeder Schwangerschaft empfohlen – unabhängig von vorherigen Impfungen
- Standard: ab der 28. Schwangerschaftswoche (3. Trimenon)
- Bei Frühgeburtsrisiko: bereits im 2. Trimenon
Ziel der Impfung:
Schutz des Neugeborenen in den ersten Lebensmonaten, in denen Keuchhusten besonders schwer verlaufen kann.
Influenza-Impfung(Grippe)
- Empfohlen für alle Schwangeren ab dem 2. Trimenon
- Bei Vorerkrankungen: bereits ab dem 1. Trimenon
Warum ist die Impfung wichtig?
Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Die Impfung schützt sowohl die Mutter als auch das ungeborene Kind.
RSV-Impfung (Respiratorisches Synzytialvirus)
- Empfohlen für Schwangere zwischen der 32. und 36. Schwangerschaftswoche
- Idealer Zeitpunkt: vor Beginn der RSV-Saison (Herbst bis Frühjahr)
Warum ist die Impfung wichtig?
RSV ist ein häufiger Erreger von Atemwegsinfektionen bei Säuglingen und kann in den ersten Lebensmonaten schwere Verläufe (z. B. Bronchiolitis oder Lungenentzündung) verursachen.
Durch die Impfung bildet die Mutter Antikörper, die über die Plazenta auf das Kind übertragen werden und es nach der Geburt schützen.
Wichtiger Hinweis
- Entscheidung erfolgt individuell im ärztlichen Gespräch
- In der Regel keine Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen
- Wird meist als IGeL-Leistung angeboten
für Schwangere ab dem 2. Trimenon, bevorzugt mit einem mRNA-Impfstoff. Auch hier konnte gezeigt werden, dass neben dem Schutz der Mutter Antikörper auf das Kind übertragen werden können.
Bereits bei bestehendem Kinderwunsch ist es sinnvoll, den Impfstatus zu überprüfen und gegebenenfalls fehlende Impfungen rechtzeitig nachzuholen. Einige Infektionskrankheiten können während der Schwangerschaft zu Komplikationen für Mutter und Kind führen. Durch einen vollständigen Impfschutz vor Eintritt einer Schwangerschaft lässt sich dieses Risiko deutlich reduzieren.
Besonders wichtig
- Masern, Mumps, Varizellen (Windpocken): Impfschutz sollte vollständig sein
- Röteln: Schutz essenziell, da Infektionen zu schweren Fehlbildungen führen können
Wichtiger Hinweis
- Diese Impfstoffe sind Lebendimpfstoffe
- Nicht erlaubt während der Schwangerschaft → daher rechtzeitig vorher impfen
Weitere sinnvolle Impfungen (je nach Situation)
- Hepatitis B
- Pertussis (Keuchhusten)
- Reiseimpfungen (z. B. bei Auslandsaufenthalten)
Wir empfehlen daher, den Impfpass frühzeitig – idealerweise bereits bei Kinderwunsch – ärztlich überprüfen zu lassen. So können fehlende Impfungen rechtzeitig ergänzt werden, um einen bestmöglichen Schutz für Mutter und Kind zu gewährleisten.
(Harnwegsinfekten, vaginalen Infektionen)
Strovac®
bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten
- Impftherapie bei häufig wiederkehrenden Harnwegsinfekten
- Enthält inaktivierte Bestandteile typischer Erreger (z. B. Escherichia coli)
Wie wirkt die Impfung?
Das Immunsystem wird aktiviert, sodass der Körper schneller und effektiver auf die Erreger reagieren kann.
Ablauf der Behandlung
- 3 Injektionen im Abstand von 1–2 Wochen
- Auffrischungsimpfung nach ca. 1 Jahr
Gynatren®
bei wiederkehrenden vaginalen Infektionen
- Impftherapie bei häufig wiederkehrenden vaginalen Infektionen
(z. B. bakterielle Vaginose oder Scheidenentzündungen) - Enthält inaktivierte Laktobazillen (Milchsäurebakterien)
Wie wirkt die Impfung?
Stärkt das vaginale Immunsystem und unterstützt das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora.
Ablauf der Behandlung
- 3 Injektionen im Abstand von ca. 2 Wochen
Beide Impftherapien können eine sinnvolle ergänzende Maßnahme bei häufig wiederkehrenden Infektionen sein, ersetzen jedoch nicht andere diagnostische und therapeutische Maßnahmen. Ob eine Behandlung mit Gynatren® oder Strovac® im individuellen Fall sinnvoll ist, sollte im Rahmen einer ärztlichen Beratung besprochen werden.
Bitte beachten Sie, dass diese Behandlungen häufignicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden und daher als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten werden können.
Ein vollständiger und regelmäßig aufgefrischter Impfschutz ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge für Frauen in jedem Lebensalter. Viele Impfungen bieten keinen lebenslangen Schutz und müssen daher in bestimmten Abständen aufgefrischt werden, um weiterhin zuverlässig vor Infektionskrankheiten zu schützen.
Besonders wichtig ist die Auffrischungsimpfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie und Pertussis (Keuchhusten), die in der Regel alle 10 Jahre empfohlen wird. Die Pertussis-Komponente spielt dabei eine besondere Rolle, da Erwachsene häufig eine Infektionsquelle für Säuglinge sein können, bei denen die Erkrankung besonders schwer verlaufen kann.
Auch der Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) sollte überprüft werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten insbesondere einen sicheren Schutz gegen Röteln haben, da eine Infektion während der Schwangerschaft zu schweren Schäden beim ungeborenen Kind führen kann.
Je nach Alter, Vorerkrankungen, beruflicher Tätigkeit oder persönlichem Risiko können weitere Impfungen sinnvoll sein, beispielsweise gegen Influenza (Grippe), COVID-19, Hepatitis B oder Humane Papillomviren (HPV).
Wir empfehlen daher, den Impfpass regelmäßig ärztlich überprüfen zu lassen, um fehlende oder fällige Auffrischungsimpfungen rechtzeitig durchführen zu können und einen optimalen Schutz zu gewährleisten.
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